NEUE OBJEKTE

 

NEUE FOTOPROJEKTE

 

Äpfel 1-12

 Eroticoncarne 1-11

Eroticoncarne 1-11, Videostills bearbeitet, 2018

 

Aus einer Sammlung von Videostils der vor Jahren in vielen Sendern zur Nachtzeit laufenden Eroticclips wurden Sequenzen der Szenenübergänge ausgewählt und berabeitet.

Die Bearbeitung beschränkt sich bewusst auf sehr reduzierte Mittel wie Kontrast, Helligkeit und den Ausschnitt des Bildes. Das vorhandene Material   bewahrt so prinzipiell  alle formalen und technischen Informationen des Ausgangsmediums und legt die Farbe und Struktur der Bildentstehung (Zeilen  und Pixel) des filmischen Mediums offen.

Insbesondere Inhalte, die ursprünglich an die gegenständliche Darstellung der handelnden Figuren gebunden waren, gehen weitgehend verloren.

Die   ästhetische Wirkung wird radikal verändert.

Das Erotische, das Ziel des ursprünglichen Bildes war, ist höchstens unterschwellig wirksam oder wird zum Teil durch die Verfremdungen so verwandelt, dass sich sogar unangenehme  Irritationen - zB. Deformationen des schönen Körpers - einstellen können.

Die bieder-banalen Inhalte der Filmszenen und ihre langweilige Ästhetik sowie klischeehafte Geschlechterrollen und entsprechendes Agieren der auch noch meist schlechten amateurhaften Darsteller werden reflektiert und damit die Rolle von Fernsehsendern, die solche Produkte anbieten.

Letztlich und deshalb trotzdem von wesentlicher Bedeutung ist die Überlegung, welche Funktion Erotik und Sexualität in der Kunst haben und wie diese sich in unterschiedlichen Zeiten und Kulturen verändern.

Carne 1-7

Carne 1-7, Fotos von den Innereien eines Kalbes, die beim Metzger besorgt wurden.

Bis auf wenige Organe, wie Nieren oder der Leber ist dies der Abfall unseres übermäßigen Fleischkonsums, dessen hier dokumentierte blutige Seite meist verdrängt wird. 

Diese Bilderreihe  thematisiert ein neben der Sexualität vielleicht noch stärker tabuisiertes Thema:

Das unserer "anderen" Fleischlichkeit und der damit von den existenziellen Materialien des Körpers, dem Blut und den Organen abhängigen Vergänglichkeit.

Nur ganz dünn ist diese dunkle, archaische und amorphe Seite unseres Körpers mit der Haut bedeckt, ihrer Sinnlichkeit, der Formklarheit dieser Hülle und deren ganz äußerlichen, so verletzlichen Schönheit.

Neue Zeichnungen

Wachsobjekte

"Der Geruch des Windes und das Leuchten der Sonne", Diptychon,  Holzkästen, schwarzes Wachs, Bienenwachs, Asphaltlack, Textilien, 50x58x25 cm, 2016

"Herr, der Sommer war groß", (Zitat von Rainer Maria Rilke), 2015,

Teil einer Serie (12), Asphalt, Holz, Strumpfhosen, Wachs 

"Herr, der Sommer war groß", Ausschnitt der Wachs/Asphaltoberfläche

"Honigschiff", 2014, Beton, Bienenwachs

"Honigschiff", Ausschnitt, Bienenwachsoberfläche

Neue Zeichenprojekte

"Was wird aus Kritzeleien?",  Kugelschreiberzeichnungen, Postkarten des Ausstellungsprojektes LAUTER MINIS, Forum für Kunst,  Heidelberg, 2016

Metaplasma, Kugelschreiberzeichnung aus der Serie "Was wird aus Kritzeleien", 21x15 cm, 2016

Ordnungen, Draht 4, 2015, Kugelschreiberzeichnung, 61x41 cm

"Ende und Anfang", 2015, 1-3, aus einer Serie von 12 Zeichnungen, Kugelschreiberzeichnung, 21x15 cm

Präparate/Laborobjekte

                                        "Präparate eines Mediziners und eines Schuhmachers", Acrylglasplatte, Präparate, Zeichnungen von Schuhmodellen, Harz, 40x40 cm
"Präparate eines Mediziners und eines Schuhmachers", Acrylglasplatte, Präparate, Zeichnungen von Schuhmodellen, Harz, 40x40 cm

 

Die Fotos dokumentieren Konservierungen und Präparate unter verschiedenen Bedingungen der Aufbewahrung - aber auch zufällige Funde wie der junge Vogel unten. Die Veränderungen von Früchten, Knochen, Insekten, Blättern und anderen organischen Materialien werden über lange Zeiträume an der Luft, in Öl, Harz, Wachs, Wasser und Alkohol beobachtet.

Fotoprojekte: Vögel/Fliegen/Straßenzeichen

STRASSENZEICHEN

beschäftigen sich mit Bildern auf der Straße, deren Ursache rein funktional ist. Es sind Markierungen, die durch Ausbesserungsarbeiten mit Asphalt entstehen. Weder sind diese Spuren vom Hersteller als ästhetische Formen beabsichtigt, noch richten Autofahrer als auch Fußgänger ihre Aufmerksamkeit auf diese "Bilder".

Faszination entsteht hier auf vielfältige Art. Einmal ist die Entstehung hier zweifelsfrei außerkünstlerischer Natur, dann ist auch ästhetische Wahrnehmung in diesem Kontext zunächst ausgeschlossen, die Sicherung der Artefakte ist ebenfalls nicht wie bei Kunstwerken gegeben und nicht möglich, weil die Zeichen nur vorläufig sind und die endgültige Ausbesserung meistens bald erfolgt. 

Exemplarisch lassen sich mit diesen Feststellungen die für eine bestimmte Kategorie zeitgenössischer Kunst typischen Merkmale belegen.